26.09.2009
Marktbereinigung für Callcenter-Branche
Tectum Group begrüßt neues Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG)
"Vermutlich wird es noch in diesem Jahr eine enorme Marktbereinigung im Bereich der Callcenterdienstleistungen geben." Christian Küpper, Geschäftsführer der Tectum Group aus Gelsenkirchen, sieht die aktuelle Verschärfung des UWG als Chance, die Branche weiter zu professionalisieren und das Image nachhaltig zu verbessern. "Unseriöse Anbieter werden kurzfristig nicht mehr am Markt tätig sein", prognostiziert der 35-Jährige. Denn unerlaubte Werbeanrufe können ab sofort teuer werden: Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro drohen Unternehmen, die ohne Erlaubnis der Angerufenen Werbetelefonate führen. Außerdem dürfen die Anrufer ihre Nummer nicht mehr unterdrücken, damit jeder Verbraucher direkt erkennen kann, woher der Anruf kommt. Der Schutz der Verbraucher vor unlauteren Anrufen, Produktangeboten und Vorgehensweisen bringt Bewegung in die Branche der Callcenter.
Rechtskonformität wichtigste Basis aller Geschäftsaktivitäten
"Wir übertragen bereits seit Juni bei allen Kundenkontakten eine Telefonnummer, die klar zugeordnet werden kann. Das heißt, der Angerufene kann den Anrufer identifizieren. Zudem halten wir uns natürlich an die Bestimmungen zur Datennutzung und kontaktieren ausschließlich Kunden mit Opt-In", erklärt Callcenter-Manager Küpper. Die Tectum Group mit Standorten in Gelsenkirchen, Dortmund, Essen, Oberhausen und Schwetzingen arbeitet mit den Top-Unternehmen der jeweiligen Märkte zusammen. Monatlich leistet die Tectum Group für ihre Kunden rund 850.000 ausgehende und 1,7 Millionen eingehende Anrufe und gehört damit zu den Größten der Branche. "Rechtskonformität und Seriosität waren schon vor der UWG-Novellierung die Basis unserer Geschäftsaktivitäten. Wir haben unsere Bestandskundenstrategie in Bezug auf die neue Gesetzgebung nun nochmals geprüft und lediglich optimiert", so Küpper weiter.
Erweiterung des Kündigungsrechts
Im Rahmen der Gesetzesänderung hat sich auch das Kündigungsrecht zum Vorteil der Ver-braucher geändert. Zukünftig müssen Verträge, die am Telefon geschlossen wurden, schriftlich fixiert werden. Somit können Verbraucher voreilige Zusagen leichter zurücknehmen. Dies hat nach Auffassung von Christian Küpper sowohl Vor- als auch Nachteile: "Auf der einen Seite schützt dies natürlich den Verbraucher stärker vor unseriösen Angeboten. Auf der anderen Seite kostet dieser nachgelagerte Prozess, das Einholen einer schriftlichen Bestätigung, Ressourcen. Denn wir müssen zusätzliche Mitarbeiter im Backoffice einsetzen und das kostet natürlich Geld." Dies müsse sich rechnen und genau das sei bei Produkten mit geringer Marge, beispielsweise bei Tarifoptionen im Telekommunikationssektor, wirtschaftlich schwierig. "Eine nicht zu unterschätzende Herausforderung, der sich alle Callcenter-Unternehmen in Deutschland zukünftig stellen müssen", so Küpper.